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Literatur

»Graphic Reportages« – beißend realistisch
»Graphic Reportages« – beißend realistisch

Victoria Lomasko

Die Unsichtbaren und die Zornigen

Das Buch Die Unsichtbaren und die Zornigen versammelt grafische Reportagen aus den Jahren 2008 bis 2016. »Die Unsichtbaren« und »Die Zornigen« sind gleichzeitig die zwei großen Blöcke, in denen die Reportagen chronologisch aufeinander folgen. In dem hier umspannten Zeitraum haben sich die politische Situation und das Leben der Menschen in Russland stark gewandelt, wodurch sich auch die Auswahl meiner Themen und Protagonisten sowie meine Arbeitsweise verändert hat. »Die Unsichtbaren« erzählen Geschichten von Insassen in Ju­gendstraflagern, von Lehrern und Schülern in Dorfschulen,...
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Aktuelle Texte

Jean-Luc Nancy

Des zétrangers des zah des zuh

Etrange extraneus du dehors pas du dedans (intraneus) pas de la maison unheimlich pas du heim pas du foyer de l’autre côté des portes – fores, foreigner pas dans le rythme en trop, odd pas régulier pas ordinaire rare singulier seltsam bizarre besherat vaillant élégant fantasque tordu verschroben de travers surprenant extraordinaire étonnant

 

C’est étonnant comme nous sommes riches en mots formes façons pour tourner autour de l’étrange étranger de l’ausländer hors du pays pas « pays avec nous » comme on disait jadis en France « c’est un pays à moi » pour dire quelqu’un de mon village de mon coin ma province mon bled

 

Riches à profusion pour tout ce qui n’est pas proche et propre, approprié, convenant, mitmenschlich ce qui ne fait pas mitdasein

 

Parce qu’on présuppose que mit avec with est consistant, plein, solide et solidaire et ce qui est without avecsans mitohne avec hors ou hors d’avec la proximité

 

Mais avec même proche exige...

Aktuelle Texte
Ist das Drama k.o.? Ist das Theater k.o.?

Alexander García Düttmann

Ist das Drama k.o.? Ist das Theater k.o.?

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Themen
Aktuelle Texte

Stephen Barber

Twenty-four hours in state of unconsciousness

Now the dead will no longer be buried, now this spectral city will become the site for execrations and lamentations, now time itself will disintegrate and void itself, now human bodies will expectorate fury and envision their own transformation or negation, now infinite and untold catastrophes are imminently on their way —ready to cross the bridge over the river Aire and engulf us all — in this winter of discontent, just beginning at this dead-of-night ­instant before midnight, North-Sea ice-particles already crackling in the air and the last summer long-over, the final moment of my seventeenth birthday, so we have to go, the devil is at our heels… And now we’re running at full-tilt through the centre of the city, across the square beneath the Purbeck-marble edifice of the Queen’s ­Hotel, down towards the dark arches under the railway tracks, the illuminated sky shaking, the air fissured with beating cacophony,...

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Aktuelle Texte

Maël Renouard

Psychopathologie des digitalen Lebens

Früher passierte es uns, Strophen von Gedichten, historische Fakten, theoretische Sätze, lateinische Wörter, etc., zu vergessen, Dinge, die man uns in der Schule lernen ließ, weil die früheren Generationen sie für wesentlich gehalten hatten – oder solche, die wir uns aus Lust, aus eigener Neigung angeeignet hatten, die aber nichtsdestoweniger aus unserem Geist zu entfliehen drohten, wenn wir uns nicht anstrengten, sie festzuhalten. Unser Gedächtnis der äußeren Kenntnisse schien verwundbar und von unserem Willen abhängig, unser persönliches Gedächtnis dagegen hatte etwas von einer Festung. Von Zeit zu Zeit wusste man nicht mehr, wer 1952 Ratspräsident oder 1970 Fußball-Weltmeister gewesen war, aber man konnte sich sagen, dass es zumindest ein Ding gab, das man niemals vergäße oder das man, es sei denn durch einen tragischen Unfall, niemals so vergessen würde wie alles Übrige, nämlich unser eigenes Leben.

Jetzt, da wir mit dem Internet über ein gigantisches mnemonisches Hilfsmittel verfügen, das fähig ist, fast...

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Halluzinatorische Kraft, literarische Finesse
Halluzinatorische Kraft, literarische Finesse

Gomes/Thermann

Berge, Quallen

Auf Błaszczykowskis Schreibtisch stand neben übereinandergestapelten Bänden eines Medizinlexikons ein gräulich flackernder Computer­bildschirm. Seit mehreren Minuten versuchte Błaszczykowski, die Stirn in die linke Hand gepresst, seiner Müdigkeit einen Angriffsplan über den Königsflügel abzuringen, doch das Schachbrett zerfloss immer wieder vor den zufallenden Lidern. »Dr. Błaszczykowski!« Eine Frauenstimme riss ihn aus dem Halbschlaf, die Deckenlampen gingen an. »Sie müssen in die Notaufnahme!« In der Tür stand eine Krankenschwester, mit Hüften, die breiter als ihre Schultern waren. »Es ist dringend, Herr Doktor!«...
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Aktuelle Texte

Maria Filomena Molder

So many egoists call themselves artists…

“So many egoists call themselves artists,” Rimbaud wrote to Paul Demeny on May 15, 1871. Even though that is not always obvious, ‘I’, the first person, is the most unknown person, a mystery that is constantly moving towards the other two, the second and third persons, a series of unfoldings and smatterings that eventually gelled as ‘Je est un autre’. That is why ‘apocryphal’ is a literarily irrelevant concept and ‘pseudo’ a symptom, the very proof that life, writing, is made up of echoes, which means that intrusions and thefts (Borges also discusses them) will always be the daily bread of those who write.

Words from others, words taken out of place and mutilated: here are the alms of time, that squanderer’s sole kindness. And so many others, mostly others who wrote, and many other pages, all of them apocryphal, all of them echoes, reflections. All this flows together into—two centuries...

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