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Literatur

Wie sich diesem Überfluss öffnen?
Wie sich diesem Überfluss öffnen?

Yannick Haenel

Meinem einzigen Begehren

Du steigst hinunter in die frische Kühle der galloromanischen Thermen, in den feuchten Duft nach Erde, zu Apostelstatuen, Friesen, Kapitellen und Votivkronen, zu einer goldenen Rose und emaillierten Reliquienschreinen, bis du schließlich am Ende einer Treppe ein kleines Schild mit einem Pfeil siehst, der dir den Weg weist zur Dame mit dem Einhorn. Du nimmst die Treppe, trittst ins Halbdunkel – und da, da sind sie endlich.
  • Erotik
  • Blick
  • 16. Jahrhundert
  • Kunst
  • Begehren
Aktuelle Texte

Stephen Barber

An immodest proposal

J.G. Ballard’s self-declared ‘Immodest Proposal’ for a global war-­alliance to exact the destruction of America demonstrates the provocatory zeal of his last fiction plans, as well as their enduring prescience. As Ballard emphasises several times in the World Versus America notebooks, he is utterly serious in his concerns and visions.
Although the Ballard ­estate declined permission for any images of pages from the World Versus America archival notebooks to accompany this essay, any member of the general public interested to do so can readily visit the British Library and view the notebooks in their entirety in the freely-­accessible manuscripts collection there.

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DE
Aktuelle Texte

Jean-Luc Nancy

Des zétrangers des zah des zuh

Etrange extraneus du dehors pas du dedans (intraneus) pas de la maison unheimlich pas du heim pas du foyer de l’autre côté des portes – fores, foreigner pas dans le rythme en trop, odd pas régulier pas ordinaire rare singulier seltsam bizarre besherat vaillant élégant fantasque tordu verschroben de travers surprenant extraordinaire étonnant

 

C’est étonnant comme nous sommes riches en mots formes façons pour tourner autour de l’étrange étranger de l’ausländer hors du pays pas « pays avec nous » comme on disait jadis en France « c’est un pays à moi » pour dire quelqu’un de mon village de mon coin ma province mon bled

 

Riches à profusion pour tout ce qui n’est pas proche et propre, approprié, convenant, mitmenschlich ce qui ne fait pas mitdasein

 

Parce qu’on présuppose que mit avec with est consistant, plein, solide et solidaire et ce qui est without avecsans mitohne avec hors ou hors d’avec la proximité

 

Mais avec même proche exige...

 

Themen
Aktuelle Texte

Ann Cotten

Das Schöne, Mensch, ist das nicht objektiv?

— Inwiefern bist du Kommunistin – da wir das definieren ­müssen: jemand, die überzeugt ist, dass eine von Grund auf andere Orga­nisationsform des gemeinschaftlichen Lebens den Menschen gut­tun würde, –

— Moment, ist das nicht auch ein Monarchist oder ein Sektenführer?

— Mit Fokus auf Gerechtigkeit.

— Aber die Leute sollen anders sein, ja?

— Total anders.

— Bist du nicht einfach Misanthropin?

 

––––––––––––––––––––––

 

— Nein, weil es gibt Leute, die ich sehr mag, und ich verstehe deswegen nicht, warum die meisten so dumm, oarsch und nervig sind.

— Die meisten Leute stört das nicht so sehr wie dich, wie die anderen sind.

— Ach ja? In meiner Beobachtung stört die meisten Leute alles, was anders ist als sie. Deswegen braucht es Regeln, wie man sich anständig verhält gegenüber Leuten, die man zum Großteil nicht mag.

— Du hast gerade sehr gelitten in einem Zugabteil mit zwei jungen Großmüttern, die miteinander ins Gespräch gekommen sind, während du »arbeiten« wolltest. Und...

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  • Kommunismus
  • Dialektik

 

Jerome Charyn über seine zwölfbändige Saga
Jerome Charyn über seine zwölfbändige Saga

Jerome Charyn

Sidel

Ich begann mit der Saga von Isaac Sidel im Jahr 1973… nur: die Saga handelte gar nicht von Isaac Sidel. Isaac war eine Nebenfigur in seiner eigenen Reihe. Blue Eyes (1975) war einem blonden Detective gewidmet, Manfred Coen, der Isaacs Adjutant war. Er war meinem älteren Bruder nachempfunden, Harvey Charyn, der zwar keine blauen Augen, aber wie Coen einen Hang zur Schweigsamkeit hatte. Harve war Homicide Detective im New York Police Department. Wir beide wuchsen im Hexenkessel der South Bronx...
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