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Literatur

Upending meanings and rewriting sanity
Upending meanings and rewriting sanity

A. L. Kennedy

What is an Author?

The one who takes the temperature of widespread amphetamine dreams, who carves out screaming headlines to turn up the heat. The one who makes every morning a dose of paranoia, an uptick of fathomless rage. When it all burns you’ll know – a writer was there at the first, taking words and dipping them in shit, upending meanings and rewriting sanity.   The one who writes the speeches for the tiny and furious men. The one who frames every demand, every statement...
Aktuelle Texte

Angelika Meier

Dreifaltigkeit meiner Zwirnspulenexistenz

In perfekt sitzender Uniform, die Hakenkreuzbinde frisch aufgebügelt, stehe ich in einer langen Schlange in einer amerikanischen Behörde, um einen Antrag auf einen total war zu stellen, doch nach stundenlangem Schlangestehen teilt mir der freundliche Sachbearbeiter mit, dass das application form for foreign aggressions im Saal nebenan zu erbitten sei. Da ich ein depressiver Faschist bin, lasse ich trotz meiner feschen braunen Uniform den Kopf immer recht schnell hängen und beschließe daher, für heute Schluss und lieber erst morgen den nächsten Versuch zu machen. Am nächsten Morgen stehe ich so auch tatsächlich wacker in der richtigen Schlange, habe dann aber nicht alle Papiere zusammen, um ordnungsgemäß einen total war zu beantragen. Neben der Geburtsurkunde (Original, keine Kopie!) fehlen mir zwei weitere Empfehlungsschreiben amerikanischer Staatsbürger. Man braucht fünf. Aber – ich dachte, drei… Nein, fünf insgesamt! Lächelnd hebt die Sachbearbeiterin ihre rechte Hand, die Finger anschaulich gespreizt. Wo ich doch aber schon...

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Jochen Thermann

Ich hätte ihn nicht einstellen dürfen

Ich hätte ihn nicht einstellen dürfen. Dabei schien er geeignet, meinen regulären Koch zu vertreten. Schneider hatte sich krankgemeldet, und da es eine langwierige Geschichte zu werden drohte, hatte ich den stämmigen kleinen Mann, der nur gebrochen deutsch sprach, ohne viel Aufhebens eingestellt. Das Geschäft musste schließlich weitergehen, die Gäste waren hungrig.

Oft werden einem ja die komplizierten Beziehungen, die man unterhält und die von einem schwer entzifferbaren Codex begleitet werden, gar nicht klar. Erst wenn die Dinge aus dem Ruder laufen, erkennt man, wie gut zuvor die selbstregulativen Mechanismen griffen: wie Schneider seine Einkäufe organisierte, wie er seine Gehilfen anwies, seine Zutaten komponierte und wie treu er selbst daran interessiert war, das Geschäft voranzutreiben.

Der Aushilfskoch arbeitete vordergründig genauso. Er kaufte selbst ein. Er kochte ganz ausgezeichnet, und man lobte mich sehr für die überraschenden Geschmäcker, die der Hilfskoch Waldemar auf der Zunge meiner Gäste zum Vorschein brachte. Waldemar hatte eine...

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Ein Roadtrip ohne Road

Mário Gomes

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»Stilbildend. Ein Meister seines Genres.«
»Stilbildend. Ein Meister seines Genres.«

Joseph Mitchell

Schleppnetzfischer

Mit dem Netz zieht man jede Menge komisches Zeug raus. Einmal war sogar ein Eimer mit Schiffsfarbe dabei, ein Zwanzig-Liter-Eimer mit Schlachtschifffarbe von der U.S. Navy. Wir stemmten den Deckel auf, und ich sah sofort, dass die Farbe vollkommen in Ordnung war. Vermutlich hatte sie einem Matrosen plötzlich nicht mehr gefallen und er schmiss den Eimer über Bord. Wir haben sie dann für die Eleanor verwendet. Ein anderes Mal hatte ich ein rosa Spitzenkleidchen im Netz. Wahrscheinlich hatte sich im...
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Es gibt kein absolutes Besonderes.

Rolf Bossart, Milo Rau

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