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Literatur

»Mathews bester Roman.« John Ashbery
»Mathews bester Roman.« John Ashbery

Harry Mathews

Der einsame Zwilling

Berenice Tinker sagt: »Wenn der Wein nach deinem Gusto ist, hat er eine vorteilhafte Wirkung auf dich. Du leuchtest durch deine Verschlossenheit«, worauf ­Andreas Boeyens erwidert: »Du bist zu bescheiden, Darling. Es ist nicht der Wein.« »Danke für deine jüngsten Galanterien, aber ich spreche von etwas Realem, einem mess­baren physikalischen Effekt.« »Siehst du, das meine ich.« »Bitte, keine coolen Filmrepliken. Trinkst du etwa keine Appletinis, um ›deine Schwäche für erlesene Weine abzutöten‹?« »Dann aber auch kein Zitat-Dropping.« »Wenn du darauf...
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Aktuelle Texte
Ein Roadtrip ohne Road

Mário Gomes

Ein Roadtrip ohne Road

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Maria Filomena Molder

So many egoists call themselves artists…

“So many egoists call themselves artists,” Rimbaud wrote to Paul Demeny on May 15, 1871. Even though that is not always obvious, ‘I’, the first person, is the most unknown person, a mystery that is constantly moving towards the other two, the second and third persons, a series of unfoldings and smatterings that eventually gelled as ‘Je est un autre’. That is why ‘apocryphal’ is a literarily irrelevant concept and ‘pseudo’ a symptom, the very proof that life, writing, is made up of echoes, which means that intrusions and thefts (Borges also discusses them) will always be the daily bread of those who write.

Words from others, words taken out of place and mutilated: here are the alms of time, that squanderer’s sole kindness. And so many others, mostly others who wrote, and many other pages, all of them apocryphal, all of them echoes, reflections. All this flows together into—two centuries...

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»Der beste Reporter, der je für den New Yorker schrieb«
»Der beste Reporter, der je für den New Yorker schrieb«

Joseph Mitchell

Houdinis Picknick

Der umtriebigste aller Calypsosänger ist ein Mann, der sich Wilmoth Houdini nennt. Er hat Trinidad vor ein paar Jahren verlassen und sich als Schmierer auf einem Frachtschiff seine Passage nach New York verdient. Gelegentlich kehrt er zu einem längeren Besuch nach Trinidad zurück, wo er seinen Unterhalt mit Auftritten als »The Calypso King of New York« in den Lichtspielhäusern von Port of Spain bestreitet. Die meiste Zeit lebt er jedoch in einem möblierten Zimmer in der 114th Street West in...
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Stephen Barber

An immodest proposal

J.G. Ballard’s self-declared ‘Immodest Proposal’ for a global war-­alliance to exact the destruction of America demonstrates the provocatory zeal of his last fiction plans, as well as their enduring prescience. As Ballard emphasises several times in the World Versus America notebooks, he is utterly serious in his concerns and visions.
Although the Ballard ­estate declined permission for any images of pages from the World Versus America archival notebooks to accompany this essay, any member of the general public interested to do so can readily visit the British Library and view the notebooks in their entirety in the freely-­accessible manuscripts collection there.

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Jochen Thermann

Ich hätte ihn nicht einstellen dürfen

Ich hätte ihn nicht einstellen dürfen. Dabei schien er geeignet, meinen regulären Koch zu vertreten. Schneider hatte sich krankgemeldet, und da es eine langwierige Geschichte zu werden drohte, hatte ich den stämmigen kleinen Mann, der nur gebrochen deutsch sprach, ohne viel Aufhebens eingestellt. Das Geschäft musste schließlich weitergehen, die Gäste waren hungrig.

Oft werden einem ja die komplizierten Beziehungen, die man unterhält und die von einem schwer entzifferbaren Codex begleitet werden, gar nicht klar. Erst wenn die Dinge aus dem Ruder laufen, erkennt man, wie gut zuvor die selbstregulativen Mechanismen griffen: wie Schneider seine Einkäufe organisierte, wie er seine Gehilfen anwies, seine Zutaten komponierte und wie treu er selbst daran interessiert war, das Geschäft voranzutreiben.

Der Aushilfskoch arbeitete vordergründig genauso. Er kaufte selbst ein. Er kochte ganz ausgezeichnet, und man lobte mich sehr für die überraschenden Geschmäcker, die der Hilfskoch Waldemar auf der Zunge meiner Gäste zum Vorschein brachte. Waldemar hatte eine...